Meißel verteidigt Titel - Grazathlon – beat the city

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Meißel verteidigt Titel

11. Juni 2017

Über 10.000 Zuschauer entlang der Strecke und fast 4.000 Athleten aus 30 Nationen sowie zahlreiche Prominente, die über ihre Schmerzgrenzen gehen: Diese Mischung machte auch die fünfte Auflage des E-Grazathlons zu einem vollen Erfolg. Und während bei den Herren Titelverteidiger Hannes Meißel erneut die Nase vorne hatte, gab es bei den Damen eine Sensation: Die erst 15-jährige Carina Reicht jubelte gleich bei ihrer Premiere über den Sieg.

Wenn sich völlig ausgepumpte, dreckverschmierte und von den Strapazen gezeichnete Sportler überglücklich in den Armen liegen, dann kann das nur eines heißen: Der E-Grazathlon wurde erfolgreich gemeistert. Fast 4000 Wagemutige nahmen die härteste Sightseeingtour der Welt in Angriff und verhalfen dem Laufevent des Jahres auch heuer wieder zu einem Rekordteilnehmerfeld. Wie schon die Jahre zuvor sorgten Zigtausende Schaulustige entlang der Strecke nicht nur für eine einmalige Kulisse in der Grazer Innenstadt, sondern auch dafür, dass selbst Ausnahmesportler wie Benjamin Karl, Jördis Steinegger, Mario Haas oder Martin Koch sich völlig verausgabten. Und dank der vielen Teilnehmer, der Initiative GET MOVING und der großartigen Unterstützung von MAGNA STEYR darf sich die Steirische Krebshilfe über eine Spende von 10.000 Euro freuen.

Graz, 11. Juni 2017. – Wieder einmal hat die härteste Sightseeingtour der Welt ihrem Namen alle Ehre gemacht! Während vergangenes Jahr ein heftiges Gewitter den Athleten zu schaffen machte, meinte es aber heuer zumindest das Wetter mit Temperaturen von rund 25 Grad im Schatten gut mit den Teilnehmern. Doch auch dieser Umstand nahm Ekrem Dag, seines Zeichens immerhin zehnfacher Fußball-Nationalspieler, nicht seine Nervosität vor seiner E-Grazathlon-Premiere: „Ich weiß ja nicht, was auf mich zukommt. Der Mario Haas hat nur was von zehn Kilometer laufen erzählt, deswegen habe ich überhaupt zugesagt. Die 16 Hindernisse hat er mir verschwiegen, die Strecke schaut richtig schwer aus.“ Ähnlich sah es sein ehemaliger Sturm Graz-Teamkollege Samir Muratovic: „Ich glaube, nach dem Bewerb muss ich die ganze nächste Woche im Bett verbringen und schlafen.“

Auch die 102-fache österreichische Schwimm-Staatsmeisterin Jördis Steinegger, die bereits am Freitag beim neuen Speedrace am Grazer Hauptplatz eine gute Figur machte, zollte dem Parcours vor ihrem E-Grazathlon-Debüt Respekt: „Es wird hart und ich muss zugeben, ich bin noch nie so unvorbereitet in einen Wettkampf gegangen. Aber ich wollte hier schon immer einmal mitlaufen und mein Ziel ist es, so viel Spaß wie möglich zu haben.“ Und den hatte die 34-Jährige sichtlich, wie sie nachher, noch etwas nach Luft schnappend, verriet: „Es war extrem lustig und die Stimmung perfekt, aber es war auch unfassbar anstrengend, einfach der Wahnsinn!“

Während die Grazer Schwimm-Nixe den starken elften Platz bei den Damen holte, sorgte Carina Reicht für die Sensation des Tages. Die 15-Jährige aus Kirchbach, die aufgrund ihres jungen Alters heuer das erste Mal an den Start gehen durfte, holte sich in einer Zeit von 50:25 (Streckenrekord!) Minuten völlig überraschend den Sieg und verwies dabei sogar die zweifache Siegerin und bislang erfolgreichste österreichische Shorttrack-Eisschnellläuferin Veronika Windisch auf den zweiten Platz. „Es war extrem kräftezehrend, vor allem die Hindernisse haben mir als Läuferin Probleme bereitet. Ich bin jetzt einfach nur glücklich, vor allem weil ich nie gedacht hätte, dass ich gewinnen kann“, jubelte das junge Laufwunder, das nächstes Jahr seinen Titel verteidigen möchte.

Genau das hat Hannes Meißel bereits geschafft. Der Vorjahressieger war auch in diesem Jahr eine Klasse für sich und ließ die Konkurrenz trotz eines kleinen Sturzes zu Beginn mit einer Zeit von 42:58 Minuten hinter sich. „Ich war schon die ganze Woche so nervös wie noch nie, weil ich wusste, dass es noch schwieriger wird, den Titel zu bestätigen. Ich konnte zum Glück bei den Hindernissen den entscheidenden Vorsprung herausholen und bin jetzt einfach nur glücklich, denn der Sieg und die damit verbundene Wertschätzung von den Kollegen bedeuten mir irrsinnig viel.“

Bei den Prominenten hatten gleich zwei Sportler die Nase vorne: Der ehemalige Crashed-Ice-Weltmeister Marco Dallago und der vierfache Snowboard-Weltmeister Benjamin Karl kamen als geteilte 23. ins Ziel. Während sich Marco darüber freute, dass er im familieninternen Duell mit seinem jüngeren Bruder Luca Dallago auf 2:1 in der „Kategorie schnellere Zeit“ stellen konnte, war das Snowboard-Ass vor allem von der Stimmung angetan: „Man trifft viele bekannte Gesichter und das Publikum ist wirklich fantastisch. Dieses Wochenende in Graz zahlt sich jedes Jahr aus, auch wenn mir der Weg hinauf auf den Schlossberg heuer wesentlich länger vorgekommen ist.“

Das würde wohl auch Martin Goschier sofort unterschreiben. Der Dauerläufer absolvierte den E-Grazathlon und somit auch die Schlossbergstiegen gleich dreimal hintereinander und benötigte dafür nur etwas mehr als drei Stunden und 37 Minuten. „Auch wenn es wirklich hart war, war es ein wirklich tolles Erlebnis“, schwärmte der Mann, der bereits zahlreiche Triathlons absolviert hat.

Ein Lob, das Veranstalter Andreas Mauerhofer (CompanyCode) zwar gerne hört, auf dem er sich aber nicht ausruhen möchte. „Wir werden weiterhin ganz genau auf das Feedback der Teilnehmer achten, damit wir den E-Grazathlon stetig weiterentwickeln und verbessern können. Wir fangen schon morgen mit den Vorbereitungen für das nächste Jahr an, schließlich wollen wir den Athleten auch 2018 wieder neue und spektakuläre Hindernisse bieten können.“

Auch die karitative Komponente kam beim heurigen E-Grazathlon nicht zu kurz: Dank der großzügigen Unterstützung von MAGNA STEYR, das zwei Euro pro Teilnehmer spendete, und der Initiative GET MOVING! darf sich die Steirische Krebshilfe über 10.000 Euro freuen. Für Sportstadtrat Kurt Hohensinner, der gemeinsam mit Snowboard-Weltmeisterin Marion Kreiner an den Start ging, eine mehr als nachahmenswerte Aktion. „Ich würde mich freuen, wenn viele weitere Firmen durch GET MOVING! diesem tollen Beispiel bei diversen Veranstaltungen folgen würden.“